Brotreste werden zu Zukunft

Female Chefs Table bei Vöslauer zeigt, wie aus Lebensmittelresten kulinarische Innovation entsteht.  Brot ist eines der ältesten Lebensmittel der Welt. Gleichzeitig gehört Brot zu jenen Lebensmitteln, die in Österreich besonders häufig übrig bleiben. Genau hier setzte der 9. Female Chefs Table am 21. September 2026 an. Gemeinsam mit Vöslauer und Köchin, Autorin und Vordenkerin Bernadette Wörndl machten die Female Chefs aus vermeintlichen Resten einen kulinarischen Rohstoff.
Unter dem Titel „Bread is Life“ entstanden Brotreste-Miso, Pastateig aus Sauerteig- und Brotresten und ein Menü, das zeigte: Nachhaltigkeit kann nicht nur ressourcenschonend, sondern auch überraschend köstlich sein.

Aus dem Rest wird eine Zutat
„Bread is Life“ ist ein Projekt aus weiblicher Küchenperspektive. Bernadette Wörndl beschäftigt sich darin mit der Frage, was nach dem Backen eigentlich mit dem Brot passiert, das nicht mehr auf dem Teller landet. Beim Female Chefs Table wurde diese Frage praktisch beantwortet. Die Teilnehmerinnen stellten gemeinsam Brotreste-Miso und Pastateig aus Sauerteig- und Brotresten her. Serviert wurden die Nudeln mit aufgeschlagener, brauner Misobutter.
Die Idee dahinter stammt aus der Cucina Povera, einer italienischen Küchentradition, die möglichst alles verwendet und nichts verschwendet. Wörndl geht dabei einen Schritt weiter: Nicht der Verzicht steht im Mittelpunkt, sondern die Kreativität, die entsteht, wenn vorhandene Lebensmittel neu gedacht werden.

Von der Quelle auf den Teller
Gastgeberin des 9. Female Chefs Table war Vöslauer. Der Tag begann dort, wo auch das Mineralwasser seinen Ursprung hat: an der Quelle. Als österreichischer Familienbetrieb verfügt Vöslauer über eine von sieben artesischen Quellen in Österreich. Das Wasser tritt von selbst an die Oberfläche und ist rund 15.000 Jahre alt. Es gelangte einst in die Gesteinsschichten und kommt erst heute wieder an die Oberfläche. Die lange Reise durch das Gestein prägt seinen natürlichen Mineralstoffgehalt. Auch die Bevölkerung hat Zugang zur Quelle. Ein Brunnen vor dem Eingang ermöglicht es, Wasser selbst abzufüllen. Bei der Produktionsführung erhielten die Female Chefs außerdem Einblicke in die neue Abfüllanlage und die Innovationsarbeit des Unternehmens. Damit verband der Tag zwei elementare Bestandteile jeder Küche: Wasser und Brot. 

Frauen, die anders kochen. Frauen, die anders denken.
Der Female Chefs Table ist dabei weit mehr als ein kulinarisches Format. Er bringt Frauen aus Gastronomie, Hotellerie, Lebensmittelproduktion und kulinarischer Kreativwirtschaft an einen Tisch und schafft Raum für Austausch ohne Konkurrenz. Ein weiterer Schwerpunkt der Female Chefs Tables ist die Verbindung zur nächsten Generation. Über sogenannte Wild Cards werden junge Frauen in Ausbildung eingeladen, kostenlos an den Veranstaltungen teilzunehmen.
Auch beim 9. Table waren zwei Nachwuchstalente dabei. Sie trafen auf etablierte Frauen aus der Branche, konnten Fragen stellen und Kontakte für zukünftige Praktika knüpfen. Gleichzeitig entsteht ein Austausch, der in die andere Richtung genauso wertvoll ist: Die erfahrenen Branchenvertreterinnen erfahren unmittelbar, welche Wünsche und Erwartungen die nächste Generation an Gastronomie, Hotellerie und Kulinarik hat.
„Die HLF-Mädels waren sooo happy und es hat ihnen so viel Spaß gemacht“, lautete eine Rückmeldung nach dem Treffen.
Der 9. Female Chefs Table machte damit sichtbar, worum es bei Female Chefs im Kern geht: Wissen teilen, Netzwerke schaffen, neue Perspektiven eröffnen und Frauen in der Branche gegenseitig stärken. Und manchmal beginnt eine neue Idee mit etwas, das eigentlich schon übrig war. Mit einem Stück Brot.
 

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