Gault&Millau 2027

Beeindruckende Sieger, starke Female Power und imposantes Lebenswerk. Spitzenkoch Philip Rachinger vom „Ois im Mühltalhof“ in Oberösterreich erhält von Gault&Millau Österreich den begehrten Award als Chef of the Year. Mit sechs Award-Siegerinnen und zahlreichen jungen Talenten zeigen Österreichs Frauen beeindruckende Leistungen in Gastronomie und Wein. Der Kärntner Weissensee überrascht mit einer enormen Dichte an Top-Bewertungen und die Gebrüder Obauer erhalten den Award für ihr Lebenswerk, bevor sie sich nach mehr als vier Jahrzehnten österreichischer Genussgeschichte in den Ruhestand zurückziehen.

Die Awards & Preisträger:innen 2027 auf einen Blick
* Gault&Millau Chef of the Year 2027:
Philip Rachinger, „Ois im Mühltalhof“, 4120 Neufelden
* Lebenswerk 2027:
Karl und Rudolf Obauer, „Obauer“, 5450 Werfen
* Service Award 2027:
Larissa Andres, „Jola“ und „Lara“, 1010 Wien
* Sommelière des Jahres 2027:
Nina Fink, „Gasthaus Haberl & Fink’s Delikatessen“, 8262 Ilz
* Patissière des Jahres 2027:
Janina Trogisch, „Tannenhof“, 6580 St. Anton am Arlberg
* Newcomerin des Jahres 2027:
Noemi Zagoni, „Elements“, 6580 St. Anton am Arlberg
* Aufsteiger des Jahres 2027:
„St. Peter Stiftskulinarium“, „Restaurant Peter“, 5020 Salzburg
* Wirtshaus des Jahres 2027:
„Landgasthaus Reif“, 4072 Alkoven
* Wiener Wirtshaus des Jahres 2027:
„Gasthaus Ubl“, 1040 Wien
* Weinkarte des Jahres 2027:
„Heunisch & Erben“, 1030 Wien
* Weinkarte des Jahres 2027 mit Österreich-Schwerpunkt:
„Biohotel Gralhof“, 9762 Neusach
* Bierkarte des Jahres 2027:
„Bierhotel Loncium“, 9640 Kötschach-Mauthen
* Barkeeper des Jahres 2027:
Philipp Loidolt, Michal Zavacky und Franz Taferner,
„Intermezzo Bar“, Hotel InterContinental Wien, 1030 Wien
* Gastronom des Jahres 2027:
Toni Mörwald, Mörwald „Toni M.“, 3483 Feuersbrunn
* Ambassador des Jahres 2027:
Yotam Ottolenghi

Future Awards 2027 – powered by VERBUND
* Future Award Wien: „Rosi“, 1150 Wien
* Future Award Burgenland: „Ziegelwerk Gasthaus“, 2485 Wimpassing an der Leitha
* Future Award Kärnten: „Villa Verdin x Kerschbaumer“, 9872 Millstatt am See
* Future Award Niederösterreich: „Das Markthof“, 3041 Siegersdorf
* Future Award Oberösterreich: „Magas Deli“, 4780 Schärding
* Future Award Salzburg: „Der Schützenwirt“, 5412 St. Jakob am Thurn
* Future Award Steiermark: „Kabuff“, 8020 Graz
* Future Award Tirol: „die Wilderin“, 6020 Innsbruck
* Future Award Vorarlberg: „Ernele“ im Romantikhotel Das Schiff, 6952 Hittisau

Der Gault&Millau Chef of the Year 2027
Die begehrte Auszeichnung als Gault&Millau Chef of the Year 2027 geht an Philip Rachinger vom „Ois im Mühltalhof“. Seine Gerichte im Haus seiner Familie präsentieren sich regional inspiriert in höchster Finesse, zudem setzt er zahlreiche Impulse, um die Gastronomieszene zu beleben.

Deutliche Zuwächse im Spitzensegment
Im Gault&Millau Restaurantguide 2027 erreichten 97 Betriebe eine Auszeichnung mit vier Hauben. Verglichen mit 82 Betrieben im Vorjahr verzeichnet dieses Segment einen klaren Zuwachs, während sich bei Ein-Hauben-Betrieben österreichweit ein Minus von 17 Betrieben ergibt. Diese spürbare qualitative Verschiebung nach oben unterstreicht die Innovationskraft und den Mut der heimischen Gastronomie und zeigt sich auch bei den Neueinsteigern und Konzeptänderungen: „Shiki Omakase“ in Wien und „Arlicious“ in St. Anton starten mit jeweils sensationellen 17,5 Punkten, „Ansitz 12“ in Lienz und „Aurea“ in der Wildschönau mit 17 Punkten. Als Aufsteiger des Jahres überzeugt das „St. Peter Stiftskulinarium“ in Salzburg mit einem Sprung von 13 auf 15,5 Punkte. Neu in der Vier-Hauben-Liga mit 17 Punkten sind das „Kolm“ in Niederösterreich, „Fuxbau“ in Vorarlberg, „Artis“, „Genießerei am Markt“, „Lieperts“, „Thaller“ und „Wörgötter“ in der Steiermark, „Bergergut“, „Waldschänke“, „Paula“ und „Lukas Kapeller“ in Oberösterreich, „Ullrs Wine & Dine“, „Bou4“, „Atelier Freund-Schafft“ und „Chef’s Table by Gesser“ in Tirol, „Gamskogelhütte Fine Dining“ und „Rouge Noir“ in Kärnten sowie das „Jola“ in Wien. Mit fünf Hauben sind heuer acht statt neun Restaurants ausgezeichnet. Grund dafür ist die Schließung des „Obauer“ in Werfen: Karl und Rudolf Obauer ziehen sich in den Ruhestand zurück und erhalten den Award für ihr Lebenswerk.

Female Power mit Kraftschub
Besonders erfreulich ist, dass die Female Power in der heimischen Gastronomie weiter Fahrt aufnimmt – und das über alle Disziplinen hinweg: Als Newcomerin des Jahres überzeugt Noemi Zagoni vom „Elements“ im Hotel Arpuria in St. Anton als junge Chef de Cuisine auf beeindruckende Weise. Janina Trogisch vom „Tannenhof“ in St. Anton ist Patissière des Jahres und stellt vor Ort auch als Souschefin ihr Können unter Beweis. Larissa Andres, Gastgeberin und Geschäftsführerin von „Jola“ und „Lara“ in Wien, erhält den Service Award des Jahres – und das „Jola“, Österreichs erstes veganes Fine-Dining-Lokal, steigt zugleich auf vier Hauben auf. Als Sommelière des Jahres überzeugt Nina Fink vom „Gasthaus Haberl & Fink’s Delikatessen“ in Walkersdorf bei Ilz, die als eine der jüngsten Certified Sommelières Österreichs große Weinkultur ins Wirtshaus bringt. Dorli Muhr ist mit ihrem Weingut die erste Preisträgerin der neu geschaffenen Kategorie Weingut des Jahres, und last but not least ergänzt Winzerin Tamara Kögl als Entdeckung des Jahres 2027 die starke weibliche Riege.
Insgesamt lässt sich feststellen, dass vor allem bei Neugründungen die Zahl der Küchenchefinnen deutlich steigt und Frauen damit mehr Verantwortung in der Spitzengastronomie übernehmen.

Wien: Internationalität und Innovation treffen auf Tradition und Kontinuität
Wien überzeugt in der heurigen Wertung einmal mehr mit einer seiner größten Stärken: Die Gastronom:innen der Bundeshauptstadt verstehen es mit bemerkenswerter Leichtigkeit, klassische Wiener Gastlichkeit und innovative Konzepte auf höchstem Niveau nebeneinander zu zeigen. Gelebte Tradition trifft hier auf frische Ideen und internationale Impulse, die weit über die Landesgrenzen hinaus für Anerkennung sorgen. Die diesjährigen Highlights unterstreichen dieses Können auf besonders schöne Weise: Das „Gasthaus Ubl“ steht als Wiener Wirtshaus des Jahres ebenso für die erfolgreiche Fortsetzung gelungener Tradition wie die Barkeeper des Jahres Philipp Loidolt, Michal Zavacky und Franz Taferner, die in der „Intermezzo Bar“ im Hotel InterContinental Wien gemeinsam über mehr als hundert Jahre Erfahrung in der Gästebetreuung verfügen. Das „Heunisch & Erben“ spannt mit der Weinkarte des Jahres einen weiten Bogen von renommierten Weingütern und bekannten Weinen zu einer vielfältigen Auswahl an Weinen von aufstrebenden Weingütern verschiedenster Weinstile. Larissa Andres verkörpert im „Jola“ und „Lara“ den Typ einer jungen, versierten und sympathischen Gastgeberin und erhält dafür den Service Award. Schließlich bringt das neue Konzept des „Shiki Omakase“ von Joji Hattori ein international bereits erfolgreiches Fine-Dining-Format für nur acht Gäste nach Wien und erhält dafür beeindruckende vier Hauben und 17,5 Punkte.

Weissensee: Gourmet-Oase in Kärnten
Fernab urbaner Zentren hat sich die kleine Kärntner Gemeinde Weissensee zu einem bemerkenswerten kulinarischen Hotspot entwickelt. Gerade einmal 758 Einwohner:innen zählt der Ort und verfügt dennoch gleich über acht ausgezeichnete Betriebe. Diese außergewöhnliche Dichte an Hauben-Adressen macht den Ort zu einem kulinarischen Ausnahmefall und zeigt, wie viel gastronomische Qualität sich auf kleinstem Raum entfalten kann. Dabei ist auch die Dynamik in Weissensee bemerkenswert, denn insgesamt fünf Betriebe dürfen sich auch über Aufwertungen freuen: Das „Rouge Noir“ verfügt nun mit 17 Punkten über vier Hauben, das „Biohotel Gralhof“ ist mit drei Hauben zugleich Preisträger der Weinkarte des Jahres 2027 mit Österreich-Schwerpunkt. Das „Hotel zum Weissensee“ und „Das Leonhard“ verfügen nun über drei Hauben, „Das Loewenzahn“ legt innerhalb der drei Hauben zu. Sandra Egger, Küchenchefin im „Das Leonhard“, verstärkt zudem die Riege der Female Power. Neu aufgenommen wurde das „Wirtshaus by Stefan Glantschnig“, das gleich mit zwei Hauben brilliert. Wichtiger Leitbetrieb in Weissensee ist weiterhin „Die Forelle“ mit 18,5 Punkten und vier Hauben.

Arlberg mit noch mehr Dichte
Die Betriebe aus Lech und St. Anton am Arlberg sind seit Jahren eine feste Größe, wenn es um Punkte, Hauben, aber auch Persönlichkeiten und innovative Gastronomiekonzepte auf höchstem Niveau geht. In diesem Jahr setzen sie diesen Weg eindrucksvoll fort: Mit Noemi Zagoni als Newcomerin des Jahres und Janina Trogisch als Patissière des Jahres darf St. Anton auf zwei weibliche Award-Gewinnerinnen stolz sein. Auch die Neuzugänge präsentieren sich stark: Das „Arlicious“ zählt mit gleich vier Hauben zu den spannendsten und am besten bewerteten Neueinsteigern. Das „Elements“, Wirkungsstätte von Noemi Zagoni, startet direkt mit drei Hauben. Schließlich wurde das „Museum“ mit zwei Hauben neu in die Bewertung aufgenommen.
Auch Lech am Arlberg legt zu: Fünf der 17 bewerteten Betriebe konnten ihre Punkte steigern, das „La Fenice“ schaffte den Sprung in die Drei-Hauben-Kategorie. 

Dynamische Szene im ländlichen Oberösterreich
Oberösterreich überrascht mit einer bemerkenswert lebendigen Gastroszene. Dynamische Betriebe und engagierte Gastgeber:innen setzen neue Impulse und stemmen sich damit auch erfolgreich gegen den vielerorts spürbaren Rückgang klassischer Wirtshauskultur. Philip Rachinger vom „Ois im Mühltalhof“ überzeugt als Chef of the Year 2027 auf höchstem gastronomischem Niveau.
Das „Landgasthaus Reif“ der Familie Haberfellner im Eferdinger Becken eroberte die erste Haube und ist als Wirtshaus des Jahres ein starkes Zeichen für gelebte Wirtshauskultur. Mit dem „Bergergut“ in Afiesl ist auch das Gourmethotel des Jahres, das erstmals vier Hauben erhielt, hier in der Region zu Hause. Zudem darf sich Oberösterreich über drei weitere Aufsteiger in die Vier-Hauben-Liga freuen: „Lukas Kapeller“ in Steyr, „Paula“ in St. Wolfgang und die „Waldschänke“ in Grieskirchen.

Steiermark und Graz mit großer kulinarischer Energie
Die Steiermark und ihre Hauptstadt beweisen gastronomische Zugkraft: Nina Fink vom „Gasthaus Haberl & Fink’s Delikatessen“ brilliert als Sommelière des Jahres mit außergewöhnlichem Weinwissen gepaart mit charmantem Gästeservice. Graz selbst überzeugt als dynamischste Landeshauptstadt Österreichs mit insgesamt acht Betrieben, die ihre Punkte steigern konnten – darunter gleich zwei zusätzliche Hauben für die „Genießerei am Markt“ und je eine zusätzliche Haube für das „Artis“ und das „Starcke Haus“. Weiters finden sich in Graz zwei neu bewertete Betriebe, nämlich das „Vina“, das mit einem neuen Konzept und drei Hauben in der Wertung zu finden ist sowie das „Rauch&Rebe“ mit zwei Hauben. Die Bilanz der gesamten Steiermark rundet das positive Bild ab:  19 Aufwertungen, elf neue Betriebe und sechs Gastronomiebetriebe mit einer zusätzlichen Haube.

Die Trends im Gault&Millau Restaurantguide 2027
Die Präsentation der Preisträger:innen des Gault&Millau Restaurantguides zählt Jahr für Jahr zu den Höhepunkten der österreichischen Gastronomieszene und bietet allen Anlass, herausragende kulinarische Leistungen zu feiern. Die Herausforderungen für die Branche bleiben zwar bestehen – umso erfreulicher ist, dass sich ein bemerkenswert positives Bild zeigt: „Nach Jahren, in denen die Branche vor allem über Krisen, Kosten und Personalmangel gesprochen hat, rückt wieder stärker in den Mittelpunkt, worum es eigentlich geht: Kochen, Gastgeben und Genuss“, erläutern Martina und Karl Hohenlohe.

Mehr Präzision, mehr Produkt, mehr Handschrift
Es zeichnet sich ein Trend zur bewussten Reduktion ab: Die Menüs werden kürzer, aus zwölf Gängen werden sechs oder sieben. Dafür rücken klar komponierte Gerichte und die Konzentration auf das Wesentliche in den Fokus. Aufwendige Inszenierungen und technische Spielereien treten zugunsten von Geschmack, Produktqualität und handwerklicher Präzision in den Hintergrund. Denn weniger Komponenten auf dem Teller bedeuten zugleich höhere Ansprüche an jede einzelne: Perfekte Garpunkte, aromatische Tiefe und ausgewogene Saucen werden zum entscheidenden Qualitätsmerkmal. Diese Entwicklung entspricht auch einem internationalen Trend zu kompakteren Speisekarten, fokussierten gastronomischen Konzepten und einem stärkeren Bewusstsein für Bekömmlichkeit und Genuss. Im Mittelpunkt steht dabei wieder eine ebenso einfache wie entscheidende Frage: „Hat es eigentlich richtig gut geschmeckt?“ Für die Gastronomie eröffnet die Konzentration auf das Wesentliche neue Möglichkeiten, ihre kulinarische Handschrift zu schärfen.

Die Rückkehr des Genusses: Klassiker neu interpretiert
Hand in Hand mit dieser Entwicklung erleben klassische Gerichte und traditionelle Zubereitungsmethoden eine Renaissance. Fein Gebratenes und zart Geschmortes, kräftige Fonds, raffinierte Saucen und der selbstbewusste Einsatz von Butter stehen wieder hoch im Kurs. „Dabei geht es nicht um eine Rückkehr zu vergangenen Zeiten, sondern um die zeitgemäße Interpretation kulinarischer Traditionen“, so Martina und Karl Hohenlohe. Gleichzeitig rückt Gemüse immer stärker in den Mittelpunkt: Karotten, Kohl, Sellerie, Pilze oder Rüben überzeugen als eigenständige Hauptdarsteller auf dem Teller und eröffnen neue kreative Möglichkeiten – ein Trend, der sich auch international zeigt. Eine weitere Entwicklung ist die zunehmende Bedeutung alkoholfreier Getränkebegleitungen. Raffinierte Kompositionen aus Fermenten, Kräutern, Tee oder Verjus werden mit derselben Sorgfalt entwickelt wie klassische Weinbegleitungen. So entstehen neue Genusserlebnisse, die Tradition, Kreativität und zeitgemäße Gästebedürfnisse miteinander verbinden.

Fine Dining wird nahbarer
Die österreichische Spitzengastronomie zeigt sich zunehmend ungezwungen und persönlich. Statt steifer Etikette und aufwendiger Inszenierung setzt man auf eine entspannte Atmosphäre, individuellen Service und zeitgemäße Gastronomiekonzepte. Offene Küchen, kleine Counter und flexible Menüformate schaffen neue Möglichkeiten, Gäste unmittelbar am kulinarischen Geschehen teilhaben zu lassen. Dabei bleiben höchste Qualitätsansprüche und handwerkliche Präzision selbstverständlich erhalten. „Es gewinnen jene Faktoren an Bedeutung, die sich nicht in Zahlen messen lassen: Atmosphäre, Persönlichkeit, Großzügigkeit und vor allem das Gefühl, als Gast wirklich willkommen zu sein“, führen Martina und Karl Hohenlohe aus.

Eine Branche, die an sich glaubt
Besonders bemerkenswert und erfreulich ist in diesem Jahr: „In einem angespannten Umfeld zeigt die Branche unternehmerischen Mut und Aufbruchsstimmung“, unterstreichen Martina und Karl Hohenlohe. Es wird investiert, renoviert und neu eröffnet. Junge Teams übernehmen etablierte Betriebe, erfahrene Köch:innen starten neue Projekte und auch abseits der Ballungsräume entstehen innovative Konzepte. Gastronomie ist Handwerk und Kreativität, Präzision und Improvisation, Wirtschaft und Emotion.
„Die österreichische Gastronomie konzentriert sich auf ihre besondere Stärke: auf Begegnungen und das Schaffen von Momenten, die in Erinnerung bleiben“, ziehen Martina und Karl Hohenlohe ein positives Resümee.

Lebenswerk 2027
Karl und Rudolf Obauer, „Obauer“, 5450 Werfen
Mehr als vier Jahrzehnte prägten die Brüder Karl und Rudolf Obauer Österreichs Gastronomie und weit darüber hinaus wie kaum andere Persönlichkeiten. Beide absolvierten Stationen von Salzburg oder dem Arlberg über den Norden Europas bis hin zu Frankreichs besten Adressen. Besonders Rudolf Obauer lernte das klassische Handwerk bei Troisgros, Émile Jung oder Alain Chapel. Sie brachten den Einfluss der französischen Küche nach Werfen in ihr Restaurant „Obauer“ mit und entwickelten über die Jahre hinweg im Salzburger Land einen einzigartigen Küchenstil: Sie verbanden auf unvergleichliche, kreative Weise französische Klassik mit tiefer Verwurzelung in der Region – und gerne auch mit einem Hauch fernöstlicher Exotik. Erfolgreich und kompromisslos verfolgten sie mit Handwerk auf stets allerhöchstem Niveau ihre Werte Bodenständigkeit, Kontinuität und Neugier. In einer für die Spitzengastronomie fast beispiellosen Erfolgsgeschichte machten sie aus einem Salzburger Landgasthof für Jahrzehnte eine Adresse von Weltrang.
Neben ihren kontinuierlichen Spitzenbewertungen verfügen Karl und Rudolf Obauer aber auch über ein äußerst wertvolles Vermächtnis: Als Kaderschmiede für Österreichs Spitzenköch:innen war das Restaurant eine wichtige Ausbildungsstätte für Talente und Ausgangspunkt vieler Karrieren. Das eng gewobene Netz an Obauer-Schüler:innen ist somit eine der Säulen der heimischen Spitzengastronomie.
Nach 47 Jahren großer Kochkunst setzen sie nun einen Schlusspunkt, schließen ihr Restaurant in Werfen und ziehen sich auf eigenen Wunsch zurück. Damit endet ein eindrucksvolles Kapitel österreichischer Genussgeschichte – der Award für das Lebenswerk ist somit eine Verneigung und ein großes „Danke“.

Chef of the Year 2027
Philip Rachinger
„Ois im Mühltalhof“, 4120 Neufelden, Oberösterreich
Die begehrte Auszeichnung als Gault&Millau Chef of the Year 2027 geht an Philip Rachinger. Im Haus seiner Familie, dem „Ois im Mühltalhof“, das über vier Hauben verfügt, steht er für all das, was die Essenz heimischer Spitzengastronomie ausmacht: Rachinger ist als Vertreter der sechsten Generation nach international beeindruckenden Stationen, vom „Steirereck“ bis zu Pierre Gagnaire, zu seinen oberösterreichischen Wurzeln heimgekehrt, um eine einzigartige Handschrift zu entwickeln: Regional inspirierte Gerichte in höchster Finesse, Produkte aus nächster Umgebung, tagesaktueller Abwechslungsreichtum, der direkt in der offenen Küche für Gäste an fünf Tischen in stimmungsvoller Atmosphäre entsteht. Bei seiner „Carte Blanche“ darf man sich überraschen lassen, denn ein vorab geschriebenes Menü gibt es hier nicht.
Darüber hinaus setzt Rachinger wertvolle Impulse, die über großartige Gerichte hinausgehen. Mit der „Wirtshausroas“ erweckt er Jahr für Jahr die Leerstände seines Ortes zu neuem Leben, holt internationale Köch:innen und Winzer:innen nach Neufelden und macht den Ortskern zur lebendigen Bühne. Als Teil der „Healthy Boy Band“ mischt er mit Lukas Mraz und Felix Schellhorn die Gastronomieszene auf unkonventionelle Art auf. Neben seinem kulinarischen Können bringt Rachinger Gespür für gesellschaftliche Themen, Engagement und die nötige Strahlkraft mit, um sie anzugehen.

Gault&Millau Hotelguide Österreich 2027
Awards und Preisträger:innen Gault&Millau Hotelguide Österreich 2027
* Hotel des Jahres 2027:
„eriro“, 6632 Ehrwald, Tirol
* Ambiente des Jahres 2027:
„Townhouse Weisses Kreuz“, 5020 Salzburg
* Neueröffnung des Jahres 2027:
„The Companion“, 1150 Wien
* Familienhotel des Jahres 2027:
„Reiters Finest Family Hotel“, 7431 Bad Tatzmannsdorf
* Gourmethotel des Jahres 2027:
„Genießerhotel Bergergut“, 4170 Afiesl
* Grünes Hotel des Jahres 2027:
„Naturhotel Forsthofgut“, 5771 Leogang
* Longevity-Hotel des Jahres 2027:
„Vivamayr Medical Health Resort“, 9082 Maria Wörth
* Wellnesshotel des Jahres 2027:
„Stanglwirt Bio- & Wellnessresort“, 6353 Going am Wilden Kaiser
 
Gault&Millau Weinguide 2027
Für den Gault&Millau Weinguide 2027 verkostete die – so Chefredakteur Bernhard Degen – „beste Weinjury des Landes“ über 2.000 der besten Weine, Sekte und erstmals auch alkoholfreie Alternativen Österreichs. Der Gault&Millau Weinguide setzt in seiner 39. Ausgabe einen historischen Meilenstein: Erstmals seit seinem Bestehen wurde die Höchstwertung von 100 Punkten vergeben, und das gleich für drei Weine: den Blaufränkisch Alte Reben L 2023 von Moric, den Sauvignon Blanc Südsteiermark DAC Ried Zieregg XT GSTK 2017 von Tement und den Blaufränkisch Carnuntum DAC Ried Spitzerberg-Obere Spitzer 1ÖTW 2023 von Dorli Muhr. Das Weingut Dorli Muhr wurde darüber hinaus zum Weingut des Jahres gekürt. Ausschlaggebend war eine außergewöhnlich geschlossene Blaufränkisch-Serie des Jahrgangs 2023, welche die Jury mit Präzision, Finesse, Spannung und einer unverwechselbaren Herkunftsprägung begeisterte. Die Auszeichnung würdigt dabei nicht nur Dorli Muhrs konsequente stilistische Handschrift, sondern ausdrücklich auch die Teamleistung hinter den Weinen: Gemeinsam mit Tochter Anna Niepoort und Kellermeister Lukas Brandstätter entwickelt Muhr das Weingut Dorli Muhr in Prellenkirchen im Carnuntum kontinuierlich weiter, mit Dorli Muhr als Dirigentin und Brandstätter als jenes „Orchester“, das ihre Ideen mit höchster Präzision in den Keller übersetzt.

Traumjahrgänge 2023 und 2025
Für den Gault&Millau Weinguide entscheiden die Winzer:innen selbst, wann ihre Weine die ideale Reife für eine Verkostung erreicht haben. Jeder Wein darf allerdings nur einmal zur Bewertung antreten und muss noch im Handel erhältlich sein. Eine hochkarätig besetzte, 15-köpfige Jury aus erfahrenen Weinexpert:innen verkostete die Weine unter der Leitung von Bernhard Degen blind, und das in aller Öffentlichkeit im Foyer von Partner Del Fabro Kolarik, nicht in einem stillen Kämmerchen.
Die herausragenden Jahrgänge 2023 und 2025 setzen im Gault&Millau Weinguide 2027 besondere Akzente. Während die Wachau mit außergewöhnlichen 2025ern für Furore sorgt, reüssieren die Steiermark, der Leithaberg und Carnuntum besonders mit exzellenten Weinen aus 2023. Ein Jahrgang, der eindrucksvoll unter Beweis stellt, wie präzise Blaufränkisch seine Herkunft zum Ausdruck bringen kann – eine Qualität, die auch die Jury des Gault&Millau Weinguide 2027 überzeugte.

Erstmals auch alkoholfreie Alternativen
Schon lange vor der aktuellen Absatzkrise stellten österreichische Weinbäuer:innen exzellente alkoholfreie Alternativen her – der Trend ist also nicht aus der Not heraus entstanden. Dieses stark wachsende Segment soll in den kommenden Jahren bei Gault&Millau weiter ausgebaut werden. Die Qualitäten sind in allen Kategorien eindrucksvoll gestiegen, wobei die „Proxies“ – Kompositionen aus mehreren Komponenten und auch oft mit Fermentiertem – die Jury durchwegs überzeugten. Die „Freiheit des Jahres 2027“ – die Auszeichnung für die beste alkoholfreie Alternative zu Wein – geht an den Ex Sparkling der Familie Weixelbaum aus dem Kamptal.

Alternative Weine und Rekord beim Sekt
Die immer größere und facettenreichere Riege der alternativen Weine führt heuer der Sauvignon Blanc Spätfüllung 2022 von Georg Nigl aus der Thermenregion an – er ist Alternativer Wein des Jahres 2027. Österreichs Sekte zeigen im aktuellen Gault&Millau Weinguide ein extrem hohes Niveau. Gleich drei österreichische Sekte freuen sich über 98 Punkte, auch das gab es zuvor noch nie. Die Auszeichnung Sekt des Jahres 2027 würdigt die herausragende Arbeit des kleinen Weinviertler Familienbetriebs Zuschmann-Schöfmann, der mit seinem Chardonnay Ried Schrickerberg Brut Sekt Austria Große Reserve 2021 die Jury begeisterte.

Aufstrebende Talente und langjährige Erfolge
Der Titel Entdeckung des Jahres 2027 geht an Tamara Kögl aus Ratsch in der Südsteiermark. Einer ganzheitlichen Philosophie folgend hat sie ein Gesamtkunstwerk aufgebaut, an dem man mit jedem Schluck teilhaben kann. Die Auszeichnung der neuen Kategorie Weinhändler des Jahres 2027 verleiht der Gault&Millau Weinguide 2027 dem Tiroler Betrieb Morandell, der sein hundertjähriges Jubiläum feiert.

Awards und Preisträger Gault&Millau Weinguide Österreich 2027
* Weingut des Jahres 2027:
„Weingut Dorli Muhr“, 2472 Prellenkirchen
* Entdeckung des Jahres 2027:
Tamara Kögl, 8461 Ratsch an der Weinstraße
* Freiheit des Jahres 2027:
Ex Sparkling alkoholfrei, Familie Weixelbaum in vino weix,
3491 Straß im Straßertale
* Sekt des Jahres 2027:
Chardonnay Ried Schrickerberg Brut Sekt Austria
Große Reserve 2021, Zuschmann-Schöfmann, 2223 Martinsdorf
* Alternativer Wein des Jahres 2027:
Sauvignon Blanc Spätfüllung 2022,
Georg Nigl, 2380 Perchtoldsdorf
* Weinhändler des Jahres 2027:
„Morandell“, 6300 Wörgl
 
Gault&Millau Südtirol – Sonderpreisträger:innen 2027

Der Gault&Millau Restaurant- & Hotelguide Südtirol 2027 wird im Februar 2027 erstmals gemeinsam mit dem neuen Lizenznehmer Gault&Millau Italien erscheinen.
Damit setzt Gault&Millau ein bewusstes Zeichen für die enge kulinarische Verbundenheit im Alpenraum, fördert den grenzüberschreitenden Austausch zwischen österreichischen und Südtiroler Spitzenköch:innen und bietet herausragenden Persönlichkeiten der Südtiroler Gastronomie weiterhin eine prominente Bühne in Österreich. Mit dem neuen Erscheinungstermin rückt Südtirols vielfältige Gastronomie- und Hotellandschaft noch weiter in den Fokus und bietet zugleich die ideale Gelegenheit, bereits im Winter eine genussvolle Reise nach Südtirol zu planen. Die vollständigen Bewertungen und Ergebnisse für Südtirol werden mit dem Erscheinen des Gault&Millau Südtirol Guides im Februar 2027 veröffentlicht.
Einen Vorgeschmack auf die neue Ausgabe gibt es aber bereits jetzt: Im Rahmen der Präsentation der österreichischen Gault&Millau-Ergebnisse werden die Südtiroler Sonderpreisträger:innen 2027 ausgezeichnet.
* Culinary Ambassador Südtirol 2027 presented by Gault&Millau Austria:
Marc Bernhart, „Mamesa“ im „Hotel Weisses Kreuz“, 39024 Burgeis/Mals
* Rising Star Südtirol 2027 presented by Gault&Millau Austria:
Kevin Trafoier, „Kuppelrain“, 39020 Kastelbell
* Hotel des Jahres Südtirol 2027 presented by Gault&Millau Austria:
„Ansitz Heufler by Niederkofler“, 39030 Rasen-Antholz
 

Informationen zum Gault&Millau Restaurantguide 2027
Für die 48. Ausgabe des Gault&Millau Restaurantguides 2027 wurden knapp 800 Restaurants besucht, getestet und bewertet. Ganz neu gibt es in dieser Ausgabe ein eigenes Sonderkapitel zum Thema „Cafés und Konditoreien“. Neu sind in den Gault&Millau Guides für Restaurants, Wein und Hotels zudem exklusive Coupons, um die heimische Haubengastronomie und die österreichische Wein- und Hotelwelt noch nahbarer zu machen. So wird aus Inspiration ein persönliches Erlebnis mit attraktiven Vorteilen. Als Plattform für Genuss schafft Gault&Millau unvergessliche Begegnungen zwischen Handwerk, Gastgeber:innen sowie Genießenden.

Guide Gault&Millau Österreich 2027
Restaurant-, Wein- & Hotelguide im 3er-Paket
ISBN 978-3-9505777-7-8
Gault&Millau Hotelguide Österreich
ISBN 978-3-9505777-8-5
Gault&Millau Restaurant- & Hotelguide Südtirol 2027
ISBN 978-3-9506419-0-5
 

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