Fährt man nach Krk, dann muss man einfach in der Vila Rova Halt machen...
Fährt man nach Krk, dann muss man einfach in der Vila Rova Halt machen. Denn dort agieren die Geschwister Danica, Marica und Petar Krnčevič als Gastgeber auf einem Niveau, das seinesgleichen sucht. Alleine die Begrüßung durch Danica, die für den Gesamtablauf im Hotel zuständig ist, und deren Schwester Marica, die erste Anlaufstelle an der Reception ist, lässt Glücksgefühle entstehen. Und diese Formulierung ist nicht zu hoch gegriffen, denn bei unserem Besuch wollte das Wetter so gar nicht mitspielen, und normalerweise ist eine Anreise im Regen nicht unbedingt mit Glücksgefühlen gespickt. Die beiden Schwestern verstanden das aber auf beste Weise, vergessen zu machen.
Nach der oben erwähnten überaus freundlichen Begrüßung, starteten wir zu einem Rundgang durch das Hotelareal und hier das – zumindest für uns wichtigste zuerst – das kleine, feine Hotel liegt direkt am Meer, nur getrennt durch einen Olivenhain und die Strandpromenade. Dieser Olivenhain mit rund 50 Bäumen ist zugleich auch die „Liegewiese“ für die Gäste, die den Schatten in den heißen Sommermonaten sehr zu schätzen wissen. Gleichzeitig sorgen diese Olivenhaine für hervorragendes Öl, das auch die Gäste zum Verkosten bekommen. Aber dazu später.
Ein Familienunternehmen
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Krnčevičs sind ein klassischer Familienbetrieb: Das Land stammt vom Opa, der Vater kommt aus dem Tourismus und die drei Geschwister führen den Betrieb mittlerweile ziemlich autark. Der Großvater war es auch, der mit einer Pension mit 15 Zimmern den Grundstein für den Hotelbetrieb legte. Ausgebaut zum heutigen Hotel wurde 1996 mit EU-Unterstützung und das beweist, dass auch die tatsächlich einmal etwas Vernünftiges zustande bringt. Heute hat das Hotel 23 Zimmer mit insgesamt 50 Betten, einen kleinen, aber feinen Wellnessbereich mit ausgesuchten Fachpersonal im Massagebereich und einen beheizten Outdoorpool, der exakt zwischen Hotel und Meer liegt. Herz, was willst Du mehr!
Man versucht, auch nachhaltig und Energie effizient zu agieren, so werden bei der Reinigung Dampfmaschinen eingesetzt, die ohne Chemikalien auskommen, an setzt das Projekt „Zero Waste Island“, ein Programm zur Mülltrennung um und das Hotel trägt die Auszeichnung „Eco Hotel“. Und im Frühling bleibt das Gras unter den Olivenbäumen für die Bienen ein bisschen länger stehen und damit zur Förderung der Biodiversität.
Künftig wird die Energie mittels Solar- und Wärmepumpe erzeugt, so der Plan. Danica, deren Erzählung erkennen lässt, dass sie mit viel Enthusiasmus hinter dem Nachhaltigkeitsgedanken steht, ist aber auch realistisch und meint, dass in einem Land wie Kroatien, wo noch einige Projekte in den Kinderschuhen stecken, das Thema Nachhaltigkeit nicht vorrangig ist. Umso mehr ist das Engagement der Familie für diesen Bereich zu würdigen.
Die Kulinarik
So, und was macht nun eigentlich Petar, werden Sie sich vielleicht fragen? Nun, Petar hat den Restaurant- und Bistrobereich fest im – herzlichen – Griff. Als F&B Manager ist er so gut wie überall, wo es nach Restaurant und Gastbereich aussieht und sein Wissen als Sommelier konnten wir beim Degustationsmenü erfahren.
Apropos Degustation und apropos Kulinarik: In der Villa Rova geht man hier einen etwas anderen, und wie wir fanden, äußerst genussreichen Weg. Das Frühstück wird serviert, die Auswahl erfolgt mittels einer Karte, die keine Wünsche offen lässt und alles bietet, was man denn zu einem Frühstück so gerne hätte. Inklusive des servierten Kaffees, was morgens schon eine sehr feine Sache ist.
Abends gibt es an sechs Tagen in der Woche zwei Degustationsmenüs mit unzähligen Gängen zur Auswahl, das auch externe Gäste nützen können und dies auch sehr gerne tun. „The Island“ heißt eines davon und definiert mit seinem Namen schon, wohin die Richtung geht. Für die Hotelgäste steht das Angebot natürlich ebenfalls zur Verfügung, aber auch eine a la carte Karte mit so Gerichten wie marinierten Muscheln oder einem roten Bohnen Carpaccio ist eine Versuchung wert. Und wenn dann endlich die lauen Sommerabende kommen, dann setzt man sich am besten ins hauseigene Bistro mit Blick aufs Meer und genießt dort die Köstlichkeiten aus selbigem.
Ein kulinarischer Abend voller Überraschungen
Sie meinen jetzt, ich hätte das Öl vergessen? Niemals, denn die Ölverkostung am Beginn des Degustationsmenüs, inklusive des noch warmen Weißbrotes, war ein Genuss und der perfekte Einstieg für das Menü, das x-Gängen bestand und gefühlt nicht aufhören wollte. Was aber selbstredend auch nicht unser Wunsch war. Serviert wurden regionale Köstlichkeiten in wirklich perfekter Zubereitung und einer Optik, die auch für das Auge ein Genuss war. Ja, und wer kocht denn jetzt eigentlich in der Villa Rova? Marin Pleše ist der Künstler, der als Hauptgericht zum Beispiel einen Lammbauch mit Sauerkraut-Schaum und zum Dessert ein Sorbet mit Gurke und Kräutern serviert. Dazwischen kam ein Octopus-Salat, eine Fischsuppe und natürlich der auf der Insel heimische Wildspargel. Anschließend gibt’s dann noch die Lorbeerpralinen des Hauses.
Apropos Lorbeer: Er ist der Star auf der Insel und findet sich nicht nur in den für ihn bekannten Gerichten, sondern auch in Getränken, wie das bei unserem Begrüßungsgetränk der Fall war, und eben auch in Süßigkeiten. Die Scampi bekommt Marin Pleš
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e direkt vom Fischer, für die Schwammerl geht er selbst in den Wald. Beim Fleisch gibt es viel Lamm und Beef und sonst dominiert natürlich der Fisch, der ja direkt vor der Haustüre schwimmt.
Die Küche auf Krk hat sich auch aus den überlieferten Rezepten der Benediktiner und Franziskaner entwickelt. Fisch und Meeresfrüchte sind fixer Bestandteil der Kulinarik, ebenso der Lorbeer. Interessant ist die Tatsache, dass hier auf der Insel die Eichenbäume sehr dominant sind und der Wald tatsächlich bis zum Meer hinunterreicht. Was Plese auch bei seiner Küche, die er „Krk auf dem Teller“ nennt zum Ausdruck bringt, in dem bei manch kleineren Köstlichkeiten das Eichblatt als Unterlage dient. Oder seine Eichel-Brioche, die bereits Kultstatus erreicht haben. In Eichfässern reift auch mancher Wein, und die Geschichte der Eichenbäume auf der Insel kann man im Museum DUBoak in Malinska erfahren.
Petar hat uns auch den heimischen Weißwein Zlahtina goustiert, der sowohl als junger Wein, als auch als Schaumwein kredenzt wird und hervorragend zur Meeresküche passt.
Und dann wären die noch die heimischen Surlice, Teigwaren aus Weizenmehl und Olivenöl, die gerne und oft gereicht werden.
In der Villa Rova konnten wir die gesamte Bandbreite der Küche auf Krk genießen und die ist wahrlich groß.
Slow Food mit ganz großer Küche
Die beiden Tastings-Menüs von Marin Pleše werden als „The Island“ um 85,00 € angeboten, plus Weinbegleitung um 50,00 € und die große Variante „The Bridge“ kostet 120,00 €. Und beide sind jeden Euro wert.
Marin Pleše ist auf Krk, exakt hier, im Dorf Malinska aufgewachsen, wo auch das Restaurant ist, und kennt als Einheimischer natürlich alle Geheimnisse rund um die Produkte und deren Zubereitung lernte er unter anderem auch bei einem Praktikum bei El Celler de Can Roca in Spanien, das mehrfach als bestes Restaurant der Welt ausgezeichnet wurde. Als Souschef arbeitete er im Restaurant Mano in Zagreb, wo er auch vieles mitnahm – die Gäste schmecken und genießen es.
Nicht umsonst wurde das Slow-Food Restaurant der Vila Rova mit zwei Gabeln und neuerdings ganz aktuell mit Kroatiens höchst begehrten „Dobri Restorani“ in der Kategorie „Hotelrestaurant der gehobenen Kategorie“ ausgezeichnet. Letztes Jahr erhielt Marin Pleše den Titel „Gault Millau-Young Talent of the year“.
Ein Aufenthalt in der Villa Rova ist so etwas ähnliches wie Urlaub im Wohnzimmer, denn die Familie ist immer da, wenn man jemand braucht. Oder es auch nur so aussieht. Genauso aber kann man sich als Gast in eine der gemütlichen Ecken zurückziehen und ist völlig ungestört.
Am Ende unseres Aufenthaltes kam sogar noch die Sonne zum Vorschein. Und ja, mit Sonnenschein ist zwar natürlich alles noch viel schöner, aber die Gastgeber in der Villa Rova zeigen, dass es auch ohne geht. Sie sorgen im Familienclan Krnčevič für die entsprechende Wohlfühlatmosphäre.
AUSZEICHNUNGEN
• Michelin-Empfehlung, 2025
• Auszeichnung als bestes Hotelrestaurant Kroatiens von Dobri Restorani, 2025
• Young Talent Chef of the Year von Gault & Millau Croatia, 2024: Chef Marin Pleše
• Chef of the Year der Kvarner Tourist Board, 2024: Chef Marin Pleše
• Gault & Millau: 14 Punkte, 2 Hauben
• Falstaff: 89 Punkte, 2 Gabeln
• Mitglied der JRE Association
DEGUSTATIONSMENÜ „THE BRIDGE“
The Acorn Brioche
Die Reise beginnt mit The Acorn Brioche. Die Eichel, auf Kroatisch „žir“, ist mehr als nur eine Zutat. Sie ist das Symbol der Gemeinde Dubašnica. Indem das Restaurant sie gleich zu Beginn auf den Tisch bringt, setzt es ein klares Zeichen: Die Identität Malinskas ist ebenso sehr im Boden verwurzelt wie im Salz des Meeres.
Serviert mit handgeschlagener Butter und einem Hauch von Pilzen, die das Küchenteam direkt in den Wäldern von Dubašnica sammelt, ist dieser Signature-Brotgang eine Einladung, den Blick einmal vom Horizont abzuwenden und ihn in die Bäume zu richten.
Kvarner Scampi
Keine Geschichte über Krk und die Region Kvarner ist vollständig ohne die Kvarner Scampi, die weithin als die besten der Welt gelten. Das Restaurant arbeitet mit einem eigenen Fischer im nahegelegenen Hafen von Porat zusammen, der den lebenden Fang direkt vom Boot liefert.
Der Scampi Chawanmushi wird mit rohen Schwänzen und Kumquat aus dem Hotelgarten zubereitet, die in lokaler Žlahtina gereift ist. Ein Gericht von null Kilometern und maximalem Respekt vor dem Produkt.
Oktopussalat
Darauf folgt ein neu interpretierter Oktopussalat. Ein Klassiker jeder Küstenkonoba, der hier durch ein Spiel mit Texturen veredelt wird: rohe, eingelegte, als Gel und als Gelee präsentierte Rote Bete, abgerundet durch die nussige Tiefe von brauner Butter und Haselnüssen.
Fischsuppe
Die Fischsuppe dient als Übergang. Eine cremige, fast rustikale Reduktion aus Fisch und Meeresfrüchten, gekocht mit Kartoffeln, und Venusmuscheln, präsentiert in einer eleganten, raffinierten Form.
The Fin
Dieser Gang ist bewusst unmittelbar und körperlich gedacht. Zu Hause auf Krk wird Fisch meist gegrillt und mit den Händen gegessen. Das Restaurant lädt den Gast in genau diese Intimität ein: gegrillter Fisch mit einer mutigen Glasur aus Fisch- und Rinderknochen, serviert mit Grünkohl, Pinienkernpesto und Topinamburcreme.
Eine aromatisierte Wasserschale wird gereicht, um die Gäste dazu einzuladen, die Gabel beiseitezulegen und die Tradition der „Gradela“ anzunehmen.
Das Herz der Insel: Šurlice
Das Zentrum des Menüs bilden die Šurlice, eine traditionelle, von Hand gerollte Pasta, die zu jeder Hochzeit auf Krk und zu jedem sonntäglichen Familienmittagessen gehört.
Hier wird sie als ultimatives Comfort Food präsentiert: mit einem Ragout aus langsam geschmorten Rinderrippen, Blumenkohl-Espuma und einem Crumble aus Knochenmark. Eine reichhaltige, cremige Hommage an die Lebensweise der Boduli, der Inselbewohner.
Die Alchemie „einfacher“ Zutaten: Lamm
Der Hauptgang, Lamm, Polenta und Sauerkraut, ist eine Meisterklasse darin, aus Einfachheit Luxus entstehen zu lassen. Langsam geschmorter Lammbauch, in Milch mit lokalen aromatischen Kräutern mariniert, wird mit Mais, Sauerkrautsauce und Polenta-Chips serviert.
Es ist ein Spiel starker Kontraste: das fette, aromatische Lamm, die Stärke des Maises und die scharfe, erfrischende Säure des fermentierten Kohls.
Finales Dessert: Kindheitserinnerung auf Krk
Das finale Dessert, Belo Kafe, also Weißer Kaffee, ist eine Erinnerung an eine Kindheit auf Krk. Es greift das Ritual auf, altbackenes Brot in eine Schüssel mit süßem Zichorien- und Gerstenkaffee mit reichlich Milch zu tunken.
Mit Broteis, Zichorien-Espuma und Prošek-Gel ist es eine nostalgische Umarmung zum Abschluss des Abends.
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