115 Restaurants, 58 Haubenbetriebe und Spitzenküche zum kleinen Preis....
Kinder & Karriere geht. Und die Küche irgendwie auch noch! Erfolgreiche Karrieren zeigen, dass Familie und Karriere auch für Frauen sehr wohl kombinierbar sind, wenn die Voraussetzungen stimmen.
Gerade in den Branchen Hotellerie und Gastronomie hält sich die Meinung hartnäckig, dass eine dortige Karriere spätestens mit der Familienplanung aufhört. Zu unterschiedlich und familienfeindlich sind die Arbeitszeiten, zu schwierig das Umfeld. Dass es sehr wohl geht, zeigen einige Beispiele aus der gehobenen Hotellerie.
Da wäre einmal das Hotel Steigenberger Herrenhof, das eindrucksvoll die Möglichkeiten aufzeigt. Unter der Führung von Generaldirektorin Elisabeth Perwanger zeigt das Luxushotel, dass Karriere und Familie kein Widerspruch sein müssen: Mit klaren Strukturen, Female Empowerment Programmen und mutigen Entscheidungen getreu dem Motto „einfach möglich machen“. schafft die erfahrene Managerin Rahmenbedingungen, die es auch Müttern ermöglichen, erfolgreich in der anspruchsvollen Welt der gehobenen Hotellerie zu arbeiten. Damit beweist das Steigenberger Hotel Herrenhof in Wien nicht nur Haltung, sondern auch Wirkung.
Drei unterschiedliche Erfolgsgeschichten engagierter Mitarbeiterinnen machen sichtbar, dass dieses Modell funktioniert, dass die eigene Karriereplanung für Mütter in der Hotellerie möglich ist und dass die „Starken Frauen im Steigenberger Hotel Herrenhof“ in Wien eine große Zukunft haben.
Sales und Strampler passen zusammen
Sara Al-Salakhi ist Director of Sales für die Region Austria und Eastern Europe und betreut in diesem Rahmen unter anderem das Steigenberger Hotel Herrenhof in Wien. Begonnen hat Sara ihren beruflichen Werdegang an der Rezeption. Sie hat eine siebenjährige Tochter, die sie alleine großzieht. Schnell war ihr bewusst, dass sie gerne jung Mutter werden und gleichzeitig weiter aktiv am Berufsleben teilnehmen möchte. Daher hat sie sich bereits im Vorhinein mit ihrer Karriereplanung im Steigenberger Hotel Herrenhof auseinandergesetzt und unterschiedliche Weiterbildungsangebote wahrgenommen. Diesen Rat gibt auch Elisabeth Perwanger jungen Frauen mit auf den Weg: „Weiterbildungen sind eine gute Möglichkeit, die nächsten Karriereschritte zu planen. Es hilft außerdem, sich über aktuelle digitale Tools zu informieren, diese anzuwenden und gezielt einzusetzen, so dass man auf dem neusten Stand bleibt und die Rückkehr in den Arbeitsalltag vereinfacht wird.“
Ihren Mutterschutz hat Sara bewusst kurzgehalten, um anschließend nahtlos wieder einzusteigen. Für Sara sind auch die passenden Rahmenbedingungen ausschlaggebend: ein starkes Team, in dem man sich aufeinander verlassen kann, klare Prozesse und auch eine verständnisvolle, unterstützende Führung. „Meine Führungskraft soll mich nicht nur als Mitarbeiterin, sondern auch als Mama sehen. Sie soll verstehen, wenn man mal müde aussieht, und auch erinnern: »Du hast neben dem Job noch eine große Verantwortung!« In meinem Fall ist das besonders stimmig, weil meine Chefin selbst zweifache Mama und gleichzeitig beruflich sehr erfolgreich ist.
Assistenz mit Verantwortung
Daniela Lovenjak bekleidet die Position Assistant to the General Manager im Steigenberger Hotel Herrenhof in Wien. Ihren Einstieg in die Hotellerie machte sie mit der Ausbildung zur Hotel- und Gastgewerbeassistentin und sammelte anschließend Erfahrungen an der Rezeption sowie in der Reservierung. Im Mai 2012 wechselte sie in das Steigenberger Hotel Herrenhof, erklomm dort die Karriereleiter und übernahm 2017 die Position als Reservation Managerin.
2021 wurde Daniela Mutter, kehrte bereits nach sechs Monaten geringfügig zurück und arbeitete einen Tag pro Woche. „Der Wiedereinstieg war für mich eine Möglichkeit, aus dem Mama-Alltag etwas ausbrechen zu können“, sagt sie. In dieser Phase unterstützte sie Direktorin Elisabeth Perwanger und die HR-Abteilung in unterschiedlichen Aufgabenbereichen.
Im Oktober 2023 trat Daniela ihre heutige Stelle an. Besonders fordernd war für sie anfangs das Zeitmanagement. Beruflich wäre oft mehr Zeit für das Einarbeiten nötig gewesen, gleichzeitig wartete zu Hause ihr Kind. Nach über zehn Jahren in der Reservierung war der Wechsel dennoch genau der richtige Schritt. Die Assistenzrolle reizte sie schon lange, und heute ist sie überzeugt: „Ich liebe meine Tätigkeiten und bin bestrebt, noch viel mehr zu erreichen.“ Besonders schätzt Daniela an der Hotellerie die Flexibilität für Frauen im Arbeitsalltag. Entscheidend seien offene Gespräche, realistische Grenzen und Eigeninitiative.
Job-Sharing als Erfolgsmodell
Im Oktober 2023 kehrte Dorota Nücken als junge Mutter ins Berufsleben zurück und nahm ihre Tätigkeit im Steigenberger Hotel Herrenhof wieder auf. Aufgrund ihrer kleinen Kinder war ein Wiedereinstieg in Vollzeit für sie nicht möglich. Gemeinsam mit ihrer langjährigen Kollegin Justyna Zlocka-Krawczyk, die sich in einer ähnlichen Lebenssituation befand, entwickelte sie daher die Idee eines Job-Sharing-Modells. Nach einem Gespräch mit Generaldirektorin Elisabeth Perwanger wurde das gemeinsame Konzept rasch umgesetzt.
Seitdem teilen sich Dorota und Justyna erfolgreich die Leitung des Housekeepings. Als Head of Housekeeping zeichnet Dorota für strategische Themen, Verwaltung, Einkauf und Personalthemen verantwortlich, das operative Tagesgeschäft und das Front-of-House liegen bei Justyna. Klare Zuständigkeiten, regelmäßiger Austausch, Transparenz und gegenseitiger Rückhalt bilden die Basis ihrer erfolgreichen Zusammenarbeit.
Beide Frauen haben Kinder im Kindergartenalter und wissen, wie schnell ungeplante Herausforderungen den Alltag verändern können. Umso wichtiger sind für sie die Unterstützung ihrer Familien und eine verständnisvolle Führung. Auch Direktorin Elisabeth Perwanger kennt diese Schwierigkeiten: „Bei unserem ersten Kind habe ich einige Monate pausiert und nur freiberuflich Projekte betreut. Im Anschluss habe ich einige Jahre auf vier Tage reduziert. Wir hatten kein Familiennetzwerk in den Städten, in denen wir gelebt haben und waren daher auf Babysitter und Tagesmütter angewiesen.“ Dorota und Justyna schätzen das Vertrauen und die Offenheit ihrer Chefin, die neue Arbeitsmodelle bewusst ermöglicht.
Steigenberger Hotel Herrenhof - Wien | H Rewards
Starke Frauen im Management
Im Dezember 2025 öffnete das Mandarin Oriental, Vienna seine Pforten. Das internationale Luxushotel zeigt, wie Gleichstellung in Führungsrollen erfolgreich gelebt werden kann und was andere Unternehmen davon lernen können. Fünf Führungskräfte geben persönliche Einblicke in ihren Karriereweg, sprechen offen über Hürden und über das, was sie antreibt.
Mit Stand 2024 sind nur 36,2 Prozent aller Führungsposten in Unternehmen weiblich besetzt, während Länder wie Schweden, Lettland oder Polen die Liste mit über 40 Prozent anführen. Die Hongkonger Hotelgruppe Mandarin legt beim Recruiting sehr starken Wert auf Leistung und Charakter und lässt Geschlechterklischees außen vor. Diversität, Inklusion und Chancengleichheit gehören zu den Grundpfeilern der Unternehmenskultur:
“Vielfalt ist für uns keine Strategie, sondern DNA. Wir wollen ein Role Model für Unternehmen sein, die die Problematik zwar kennen, aber Change-Prozesse noch zu riskant sehen”, sagt Marie-Theres Rünzi, Director of People and Culture von Mandarin Oriental, Vienna.
Frauen in starken Positionen
Die Hotelgruppe stand den Veränderungen von Anfang an offen gegenüber und profitiert auch in Wien von einem hochprofessionellen Managerinnen-Team. In der Führungsebene, wo Entscheidungen getroffen, Teams aufgebaut und Gästeerlebnisse gestaltet werden, bringen Frauen nicht nur internationale Erfahrung, sondern auch eine klare Haltung zur Gleichstellung mit.
Starre Strukturen findet man bei Mandarin Oriental nicht. Die Hotelgruppe kennt die Herausforderungen für Frauen und schlug deshalb den Weg zu einem moderneren Management-Verständnis ein. Zielorientierte Führung, flexible Zeiteneinteilung, internationale Aufstiegsmöglichkeiten und individuelle Förderungen der Mitarbeitenden machen das Hotel auch hinter den Kulissen zu einem Ort des Fortschritts.
Patricia Riegler Pospischil, Director of Purchasing
„Ich lebe meinen Kindheitstraum, aber bei Verhandlungen mit Lieferanten wird oft noch erwartet, dass ein Mann am Tisch sitzt.” Für Riegler Pospischil begann die Karriere im Hilton Wien im Einkauf. Nach ihrem weiteren Karriereschritt bei Sol Melia leitet sie nun im Mandarin Oriental als Purchase Director die komplette Eingangslogistik. Ein großer und wichtiger Schritt, da man im Einkauf noch eher selten auf Frauen trifft.
Katja Graf, Director of Commercial Strategy
“Ohne ein stabiles Netzwerk ist es für viele Frauen schwer, in Führungsrollen zu kommen.” Graf hat bereits in sechs Ländern Erfahrung gesammelt und trifft nun die strategischen Entscheidungen im Mandarin Oriental, Vienna. Neben jahrelanger betriebswirtschaftlicher Erfahrung zählt auch eine starke Weltoffenheit zum Skillset für diese Position. Herausforderungen für Frauen sieht sie besonders bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Trotz wachsender gesellschaftlicher Sensibilisierung sind traditionelle Rollenerwartungen und unzureichende strukturelle Unterstützung noch immer Realität – nicht nur in der Hotellerie. Dank der Unterstützung ihres Mannes, Verständnis des Arbeitgebers und verlässliche Kinderbetreuung, kann sie heute ihren Traumberuf leben. Es erfüllt sie, beruflich wie persönlich zu wachsen und hofft, damit ihrem Sohn zu zeigen, dass Leidenschaft für den Beruf und die Familie Hand in Hand gehen können.
Svetlana Eder, Director of Revenue
„Früher wurde ich bei Bewerbungsgesprächen gefragt, ob ich bald heiraten wolle. Zum Glück sind wir heute weiter.“ Svetlana Eder kam 2022 aus Russland nach Österreich und hat sich über Stationen in Deutschland und London zur Expertin im Revenue-Management entwickelt. Sie steht für eine moderne, datenbasierte Managementstrategie, ohne Rücksicht auf das Geschlecht.
Insa Stöckmann, Director of Sales
„Was fehlt, ist ein breiteres Netzwerk unter weiblichen Führungskräften. Austausch ist entscheidend.“ Die gebürtige Deutsche ist erst seit kurzem in Wien, aber alles andere als neu in der Branche. Über zehn Jahre hat sie ihre Karriere in der Event-Sales-Welt aufgebaut, unter anderem im Ausland. Für sie ist es der Kontakt zu Menschen, der die Hotellerie ausmacht.
Laura Kuhn, Executive Housekeeper
„Die Hotellerie hat noch Nachholbedarf bei der Gleichstellung – aber Häuser wie das Mandarin Oriental machen Hoffnung.“ Nach Stationen in Engelberg und Zürich kam Laura Kuhn nach Wien. Ihre Karriere begann als Housekeeping Supervisor, inzwischen leitet sie als Executive Housekeeper ein zentrales Team im operativen Bereich.
https://www.mandarinoriental.com/de/vienna/inner-city
Die Beispiele zeigen, dass nur ein gutes, bestens organisiertes Miteinander den Erfolg bringt. Beide Seiten, sowohl die Arbeitgeber- als auch die Arbeitnehmerseite müssen flexibel sein und auf aktuelle Herausforderungen reagieren. Und verständnisvoll sein. Dann steht der Kombination der beiden „K“; nämlich Kinder und Karriere kaum mehr etwas im Wege.
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